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Kanutouren auf der Blies 2012

KanuMandelbachtal ist eine Gemeinde am Fluss. Zwischen Habkirchen und Bliesmengen-Bolchen bildet die Blies als Mäandertalgewässer auf 3,5 km den Grenzfluss zwischen Frankreich und Deutschland. Dieser Abschnitt der Blies liegt in einem einzigartigen Naturraum mitten im Biosphärenreservat Bliesgau und ist, auch aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege etwas ganz Besonderes. Die Blies ist ein sogenanntes Zahmgewässer und eignet sich deshalb besonders dafür mit dem Kanu entdeckt zu werden.

Auf Initiative des Verkehrsvereins Mandelbachtal lädt die Volkshochschule auch in diesem Jahr von Mai bis September zu mehreren geführte Tages- und Halbtagestouren auf der Blies ein. Alle Touren sind geeignet für Anfänger und Familien mit Kleinkindern und werden von einem geschulten Kanuführer betreut.

Für die Touren braucht man nicht besonders trainiert zu sein. Die Länge der jeweiligen Strecken ist auch für Anfänger und Untrainierte geeignet. Bei der Durchführung der Touren wird auf größtmögliche Sicherheit geachtet und die Teilnehmer werden natürlich mit der notwendigem Ausrüstung - wie Schwimmweste, wasserdichte Tonnen, usw. ausgestattet.

Programm der Kanufahrten
 
Treffpunkt zu den Tagestouren ist um 9:30 Uhr in Bliesmengen-Bolchen. Von dort aus wird die Gruppe mit einem Bus nach Reinheim oder Bliesbrueck zu den Kanadiern an die Blies gefahren. Nach etwa der Hälfte der Strecke besteht auf der Festwiese am Mandelbach in Habkirchen die Möglichkeit zu einer Picknick-Pause, in der die mitgebrachte Verpflegung vertilgt werden kann. Danach geht es weiter bis zur Anlegestelle am Haus der Dorfgeschichte in Bliesmengen-Bolchen.

Die Tagestour kostet für Erwachsene: 27,- € und für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre 12,- €. Sondertarife gibt es für Familien. Zwei Erwachsene und ein Kind zahlen 56,- € und zwei Erwachsene und zwei Kinder 68,- €. Jedes weitere Kind kostet 7,- € mehr. Im Preis enthalten ist der Bustransfer von Bliesmengen-Bolchen nach Reinheim oder Bliesbrueck und die von erfahrenen Kanuten betreute Kanutour incl. Kanumiete und Schwimmweste. Die Verpflegung für das Picknick muss jeder selbst mitbringen.

Termine 2012:
Die Tagestouren werden in diesem Jahr an folgenden Tagen angeboten:

20. Mai 2012
17. Juni 2012
15. Juli 2012
19. August 2012
02. September 2012

Mit Ausnahme des letzten Termins besteht bei allen genannten Terminen nach der Kanutour die Möglichkeit zu einem Besuch im Haus der Dorfgeschichte in Bliesmengen-Bolchen, an deren Anlegestelle die Boote ihre Fahrt beenden. Der Eintritt ins Haus der Dorfgeschichte ist frei.
 
Anmeldung:
Verbindliche Anmeldungen bitte an die Volkshochschule Blieskastel, Am Schloß 11, 66440 Blieskastel, Tel. 06842 / 946391 + 06842/924310. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um frühzeitige Anmeldung gebeten.

Die Blies bei Mandelbachtal
Die Blies ist mit knapp 100 km der längste Fluss des Saarlandes. Der Nebenfluss der Saar entspringt im Nordosten des Saarlandes zwischen Selbach und Gronig am Momberg im Landkreis St. Wendel aus drei Quellen. In der Gemeinde Mandelbachtal fließt die Blies durch den Naturraum Zweibrücker Westrich, der zu den Muschelkalklandschaften des Saarlandes gehört.

Der Anteil an seltenen und schutzwürdigen Lebensräumen und Arten ist hier besonders hoch. Nach dem Bau zahlreicher Kläranlagen hat sich auch die Wasserqualität der Blies in den letzten Jahren deutlich verbessert. Auf der Wassergütekarte des Saarlandes ist die Blies vollständig als unproblematisch markiert. Anzutreffen sind hier inzwischen auch wieder zahlreiche Fische, darunter vor allem die Bachforelle, die Mühlkoppe, Elritze und Bachschmerle, Äschen, Karpfen, Störe, Waller, Hecht, Zander, Nasen, Barben, Rotaugen, Rotfedern, Brassen, Schneider, Moderlieschen, Flusskrebse, Döbel und Barsche.

Einzigartige Flora und Fauna
Dieser Teil des Saarpfalz-Kreises gehört zum Biosphärenreservat Bliesgau. Weit über das Saarland hinaus ist dieser Naturraum – klimatisch besonders begünstigt – auch aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege etwas ganz Besonderes. Der Anteil an seltenen und schutzwürdigen Lebensräumen (z. B. Kalk-Halbtrockenrasen, Streuobstwiesen) und Arten (z. B. Orchideen) ist hier besonders hoch. Zwischen Habkirchen und Bliesmengen-Bolchen fließt die Blies als Mäandertalgewässer auf 3,5 km komplett auf französischem Staatsgebiet und bildet zugleich den Grenzfluss zwischen Frankreich und Deutschland.

Die warme Kalktrockenrasen des Blies- und Mandelbachtals am Ufer der Blies sind der bevorzugte Standort der Bocks-Riemenzunge. Von Natur aus wären die Bliesauen überwiegend bewaldet. Mit der Urbarmachung der fruchtbaren Auen wurden die Auenwälder allerdings bis auf wenige Reste gerodet und in Wiesen, Äcker oder Weiden umgewandelt. Dadurch entstand ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume. In der Bies selbst kommen zwischen Habkirchen und Bliesmengen-Bolchen Wasserpflanzen wie Igelkolben und Kamm-Laichkraut vor.

Typisch für viele Wasserpflanzen ist das sogenannte „Fluten“, d. h. die Pflanzen bilden in Strömungsrichtung Schwaden aus, wie es auch der Haken-Wasserstern vermag, den man in der Blies z. B. bei Bliesbruck findet. In der Wasserwechselzone, also dem unmittelbaren Uferbereich, finden Röhrichte gute Lebensbedingungen. Allerdings ist an der Blies kein durchgehender Röhrichtgürtel, vor allem wegen der Beschattung der Ufergehölze und der künstlichen Befestigung der Uferränder . Insbesondere im Bereich Gersheim und Mandelbachtal ist die Blies noch sehr naturnah ausgeprägt und wird von einem mehr oder weniger breiten Ufergehölzsaum begleitet. Dominierende Baumarten sind Schwarzerlen und verschiedene Weidenarten.

Ein verbreiteter Auenwiesentyp an der Blies ist die Glatthaferwiese. Der Name geht auf die bestandsbildende Grasart zurück, den Glatthafer. In frischen Auenwiesen der unteren Blies findet man noch den Kümmelblättrigen Haarstrang, der mit seinen weiß-gelben Doldenblüten bis zu 80 cm hoch werden kann. Diese seltene Art kommt in Deutschland insbesondere in den Auenwiesen von Saar und Mosel sowie deren Nebenflüssen vor.
Eine kleine Besonderheit unter den Hochstauden ist die Gewöhnliche Nesselseide, eine auf andere Pflanzen schmarotzende Art. Wirtspflanze ist hauptsächlich die Brennnessel. Die Brennnessel wird mit kleinen Fäden umsponnen, stirbt ab und die Nesselseide schmarotzt dann mit Saugorganen an der Wirtspflanze, indem sie ihre Nährstoffe entzieht.

Mühlen an der Blies
Die Mühlenwirtschaft gehört mit zu den ältesten Gewerben an der Blies. Vielfach erinnern aber heute nur noch Ruinen an die ehemaligen Mühlen. An der Blies zwischen Reinheim und Bliesmengen-Bolchen gibt es heute noch zwei Wasserstaueinrichtungen, d. h. quer im Gewässer eingebaute Streichwehre, die den Sinn hatten, das Wasser aufzustauen, um auch bei Niedrigwasser gleichmäßig Wasserkraft zur Verfügung zu haben. Für die flussaufwärts wandernde Wasserorganismen (z. B. Fische) entstanden dadurch unüberwindliche Hindernisse, weshalb im Bereich Bliesmengen-Bolchen von den französischen Behörden eine Fischtreppe gebaut worden ist. Kanufahrer können an gesondert gestalteten Stellen diese Wehre gleitend überwinden