Achtung Krötenwanderung am Hüttenweg!

Mandelbachtal Mon, 01.03.10

Wenn im Februar und März die Tage wieder länger werden erwachen auch wieder die Kröten aus ihrer Winterstarre und wartet auf einen geeigneten Zeitpunkt, die Wanderung zu ihrem Laichgewässer zu beginnen. Besonders in der Dämmerung werden die Kröten aktiv. Wenn es dann noch anfängt zu regnen, sind die Tiere nicht mehr zu halten. Als hätten sie sich abgesprochen, machen sie sich aus allen Richtungen auf den Weg zu dem Teich, in dem sie geboren wurden.
 

Auch in Mandelbachtal werden vielerorts wieder die Kröten auf die Wanderung gehen. Am Ommersheimer Hüttenweg lebt eine der stärksten Populationen im Saarland. Etwa 2.000 bis 2.500 Kröten sind dort pro Jahr unterwegs zu ihren Laichplätzen. Wenn sich auf ihrer langen Wanderung Krötenmännchen und Krötenweibchen begegnen, nimmt das Weibchen das viel kleinere Männchen auf den Rücken und trägt es den weiteren Weg. In dieser typischen Haltung als "Doppeldecker" treffen die Tiere dann in ihrem Teich ein.
 
Hier befinden sich bereits etliche andere, und spätestens hier treffen sich auch noch die letzten Pärchen um ihre Eier abzulegen, indem sie diese in langen Schnüren um Pflanzenstengel wickeln. Natürlich gibt es auch einige Nachzügler, die selbst im April noch nicht in ihrem Teich angekommen sind. Gerade diese sind es, die neue Teiche besiedeln und ihre Eier sogar in Pfützen ablegen.
Nach der Eiablage verlassen die Elterntiere wieder das Gewässer und verbringen den Sommer auf Wiesen, Feldern und Gärten, wo sie Insekten jagen, um sich im Herbst wieder im Laub zu vergraben und auf das nächste Frühjahr zu warten.
Leider nimmt ständig die Bedrohung der ansonsten recht anspruchslosen Kröten durch die moderne Landwirtschaft und den zunehmenden Straßenverkehr zu, da es immer weniger Platz für Teiche gibt und die Tiere immer längere Wanderwege zurücklegen müssen.
 
Die an der L 245 (Ziegelhütte Ommersheim, Verlängerung Hüttenweg) durch den Landesbetrieb für Straßenbau dankenswerterweise errichteten Krötentunnel tragen der Bedeutsamkeit der großen Krötenpopulation an diesem Ort Rechnung. Dennoch legen die Aktiven der NABU-Ortsverbände der Gemeindebezirke Ommersheim und Heckendalheim vor Ort auch weiterhin selbst Hand an, um den Kröten über die Straße zu helfen. Für diese Arbeit werden auch ständig ehrenamtliche Helfer gesucht, weshalb die beiden Verbände auch in diesem Jahr wieder um  tatkräftige Unterstützung bitten.
 
Wer ein Herz für Kröten zeigen möchten und bereit istmitzuhelfen, kann sichwenden an Norbert Werling, Ziegelhütte Ommersheim, Tel.: 06803 / 28 03 oder an Jürgen Wiesmeier, NABU Ortsgruppe Heckendalheim, Tel.: 06803 / 22 41.
 
Und natürlich ergehrt auch wieder die dringende Bitte an alle Autofahrer: Fahren Sie langsam auf der L 245, damit die „Zeit des Erwachens“ für unsere kleinen Mitbewohner nicht zur „Zeit des Sterbens“ wird.

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